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Un voyage au pays de Milosz, la Lituanie

Un voyage au pays de Milosz, la Lituanie

Für diesen Inhalt steht jetzt eine Übersetzung zur Verfügung.
(von Uwe Hecht)


Der Poet französischer Zunge Oscar Vladislas de Lubicz Miłosz (1877 - 1939) wurde im historischen Litauen geboren, heute Belarus (Weißrussland), einem Gebiet, das damals zum Großfürstentum Litauen gehörte. Seine ersten Gedichte erscheinen im Jahr 1899. Von da an hört er nicht wieder auf zu schreiben: Poesie, Roman, Theater, Übersetzungen, politische und metaphysische Essays. „Miłosz ist das schönste Geschenk, das Europa Frankreich gemacht hat", sagte der französische Dichter Paul Fort.

Im Jahr 1919 wird Milosz der erste Vertreter Litauens, das seine Unabhängigkeit wiedergefunden hat. „Kommt, ich werde euch im Geiste in eine fremdartige, dunstige, verschleierte, murmelnde Gegend führen...Sie heißt Lietuva, Litauen, das Land von Gediminas und Jogaila." Vortrag oder Gedicht? Die Diplomaten der Zeit zwischen den Weltkriegen hatten bald die Berichte der litauischen Delegation bemerkt, die in bemerkenswertem Französisch abgefasst waren!
In den dreißiger Jahren entdeckt er Fontainebleau und seine Parkanlagen. Dort wird er während des Sommers 1931 seinen kleinen Neffen Czesław Miłosz aufnehmen, den späteren Literatur-Nobelpreisträger, der von ihm sagen wird: „Er hat im wahrsten Sinne des Wortes mein Leben verändert, indem er mich zwang, eine Antwort auf die Fragen zu finden, die seine von Geheimnis umgebene Meditation hervorbrachte, worin für ihn das Wesen der Dichtkunst selber bestand." (
Auszüge aus einer Biographie des Dichters Miłosz von Janine Kohler).
Seit April 1939, ein Jahr nach dem Tod des Dichters, entsteht die Gesellschaft der Miłosz-Freunde und gibt bis 1941 vier Hefte heraus. Alles beginnt neu im März 1996, als der Verlagsleiter André Sivaire das Gesamtwerk von Miłosz in 13 Bänden herausgibt. Seit 1996 veröffentlicht die Gesellschaft jährlich ein Heft, das mit Unterstützung des nationalen Literaturzentrums vom Verlag Editions du Rocher herausgegeben wird, der die Miłosz-Bestände aufgekauft hat. Im August 2008 organisieren die Miłosz-Freunde eine Reise nach Litauen, was in der Vereinsgeschichte eine Premiere darstellt.

Hier die Namen der 14 Teilnehmer: Luc Coste-Sarguet, Joséphine Ferrari, Jean-Louis und Elisabeth Gindensperger, Christine Hantush, Marie-Hélène und Jean-Pierre Joyeux, Janine und Rodolphe Kohler, Andrée Multon, Bernadette et Jacques Nizard, Michelle und Olivier Piveteau.


Luc Coste-Sarguet hat einige Notizen und Reiseimpressionen von dieser Reise ins litauische Land zusammengestellt, sowie einen Auszug einer Vorstellung Oscar Miłoszs im Jahre 2007 in Bize-Minervois anlässlich der Kulturveranstaltung « Dichterfrühling », deren verschlungene Ornamente so gut wie möglich den „Garten aus Einsamkeit und Wasser", die dichterische Heimat Oscar Miłoszs, nachzeichnet.
Und dies nur ein paar Monate vor dem Jahr 2009, das für Wilna (litauisch: Vilnius) mit einer internationalen Anerkennung verbunden sein wird. Die Städte Linz (Österreich) und Wilna (Litauen) werden dann die europäischen Kulturhauptstädte sein. Ins Jahr 2009 fällt ebenfalls der 1000. Jahrestag der ersten Erwähnung des Namens „Litauen" in den Quedlinburger Annalen aus dem Jahre 1009.
Diesen Sommer 2008 erleben wir bewegte Zeiten und wir haben deutlich gespürt, wie sehr manche Völker sich erneut in ihrem Bestand bedroht sehen. Sie werden sehen: Litauen als ehemalige Sowjetrepublik hat seine Unabhängigkeit gerade erst wiedererlangt. Das war im Jahr 1991. Heute kann man den Keller der KGB-Verwaltung in Wilna besichtigen. Ebenso den Park der ausgedienten Denkmäler. Man trifft noch auf Zeugen der Vergangenheit, auf Menschen, die nach Sibirien deportiert waren und andere, deren Onkel, Tante, Vater oder Mutter... eines Tages verschwunden sind, ohne je wieder aufzutauchen.




Aktualisiert (Mittwoch, den 18. März 2009 um 10:38 Uhr)