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Un voyage au pays de Milosz, la Lituanie - Seite 2
Bei ihrer Ankunft in Litauen wurden die Miłosz-Freunde am Flughafen vom litauischen Honorarkonsul und Mitglied unseres Vorstandes, Herr Richard Bačkis begrüßt, von Caroline Paliulis, die ein wichtiges Bindeglied zu unserem Verein ist, sowie von Geneviève Druckutė, Professorin an der Wilnaer Universität, deren Artikel wir mit großem Interesse lesen.
Dank der Begegnung mit den Litauern, die uns als Freunde aufgenommen haben, sei es in der Universität Wilna oder im Robert-Schuman-Zentrum in Kaunas, oder auch mit unserer Reiseleiterin Zita, die uns die schwere und wechselhafte Geschichte ihres Landes verstehen half, hat diese Reise hat in unseren Augen einen großen Wert bekommen. So wie Olivier Piveteau in einfachen Worten ausgedrückt hat: die Anwesenheit litauischer Freunde hat unserem Aufenthalt auf unerwartete Weise beseelt.
Le pays lituanien et sa capitale, Vilnius
Litauen wurde in der Mitte des 13. Jahrhunderts gegründet. Unter der Regierung der Großfürsten (Mindaugas, Gediminas...) erstreckte sich die litauische Oberhoheit von der Ostsee über die weißrussischen Gebiete und einen Teil der Ukraine bis hin an die Gestade des schwarzen Meers. Dies war das Zeitalter des „Großfürstentums Litauen". 1410 besiegelt die Schlacht von Tannenberg/Grünwald den Sieg der Litauer über die Ritter des Deutschen Ordens.
Gediminas, der legendäre Begründer der Stadt Wilna sei zum Jagen in diese sehr wilde Gegend gekommen, wo später die Stadt entstand. Er sei in der Wildnis eingeschlafen, als ihm im Traum ein eiserner Wolf erschien. Die Magier deuteten dies wie folgt: „Du sollst hier eine Stadt gründen. Diese wird die Besonderheit haben, verschiedene unterschiedliche Gruppierungen in vollkommener Harmonie miteinander leben zu lassen. Ihr Ruf wird in weiter Ferne erschallen, wie das Heulen eines Wolfes." Nach der Unabhängigkeit von 1991 hat ein litauischer Künstler diese Legende illustriert.*
Im Jahr 1500 werden Wilna und Litauen von den Tartaren angegriffen. Diese Kriegsepoche ist der Ursprung der Festungsmauern, welche die jetzige Landeshauptstadt umgeben. Neun Tore, deren berühmteste das „Tor der Morgenröte" heißt und auch unter der Bezeichnung „Heilige Pforte" bekannt ist. Seit dem 17. Jahrhundert birgt dieses Gebäude das als wundertätig bezeichnete Gemälde einer Jungfrau. Noch heute ist dies für die Litauer ein heiliger Ort. Im Westen bergen mehrere Kirchen eine Kopie dieses Kunstwerkes. Man findet es beispielsweise, ohne die Goldverzierungen, im Pariser Quartier Latin in der Kirche Saint-Severin. Dem Dichter Adam Mickiewicz zu verdanken, dass sie in die französischen Hauptstadt gekommen ist.
In der Folgezeit haben die schwedischen und deutschen Dynastien über das Land geherrscht, und 1795 teilen Preußen, Österreich und Russland das Staatsgebiet unter sich auf. Zu diesem Zeitpunkt wird fast ganz Litauen dem russischen Zarenreich zugeschlagen. Das Leben unter der Herrschaft des Zarenreiches ist sehr schwer. Die Wehrpflicht im russischen Militär, der für die jungen Männer 25 Jahre dauert, führt zu einer Situation, die das Land dauerhaft aus dem Gleichgewicht bringt.
Deshalb wird Napoleon, als er 1812 von Preußen her durch Litauen zieht, um den Russlandfeldzug zu beginnen, als Befreier begrüßt. 50 000 Männer aus Litauen verstärken die Grande Armée, die bei der Invasion des russischen Staatsgebietes eine verheerende Niederlage erleidet. Seit diesem Ereignis lebt Litauen von Neuem unter dem Joch der Zaren.
Die schrecklichste Epoche ist jedoch das 20. Jahrhundert.
Das Land erleidet während des Ersten Weltkriegs zuerst die deutsche Besatzung, dann die russische.
1918 erklärt sich das Land für unabhängig.
Doch bereits 1920 werden Wilna und Umgebung von Polen besetzt. Kaunas wird so Hauptstadt Litauens.
Im Jahr 1939 „befreit" die sowjetische Armee dieses Gebiet, um es sofort in Besitz zu nehmen. Das litauische Volk erleidet Deportationen nach Sibirien. Diese drohen denjenigen, die gegen das Regime aufbegehren, Intellektuelle, Landbesitzer... Für die Arbeiter, die im Lande bleiben, beginnt die Ära der Kolchosen.
Nach dem Zweiten Weltkrieg, bis zum Jahr 1991, ist Litauen eine sozialistische Sowjetrepublik der UdSSR. Das Land ist in dieser Zeit bekannt dafür, sehr effizient in der Fleischproduktion, bei Milchprodukten und Eiern zu sein und trägt so zur Ernährung der Städte Moskau und St. Petersburg bei, während die Lebensmittelgeschäfte in Litauen beinahe leer bleiben.
Seitdem Litauen die internationale Anerkennung als freies und unabhängiges Land erlangt hat, wurde den Beitritt zur Europäischen Union beantragt.
Seit 2004 gehört Litauen nun zur Europäischen Union.
Ein Viertel der Bevölkerung lebt heute im Ausland, in den Vereinigten Staaten, in Kanada, Australien, Frankreich oder auch Deutschland.
Auf der Internetseite des Statistikamtes (www.stat.gov.lt) können Sie sich, auch auf Englisch, sämtliche zur Verfügung stehenden statistischen Informationen selbst zusammenstellen, zum Bildungswesen z.B. unter database -> population and social statistics -> education, auch sortiert nach Regionen oder Schulformen.
Wilna (Vilnius) hat eine Bevölkerung von 557 000 Einwohnern, was sie zu einer der größten Städte im Baltikum macht. Von ihnen sind 81 % Litauer, 6,9 % Polen und 8,1 % Russen.
Durchflossen von dem Fluss Nėris ist Wilna eine sehr grüne Stadt. Man stößt auf zahlreiche Gebäude mit interessanter Architektur. Eines der Stadtviertel, bei der Bartholomäuskirche, wird „Wilnaer Montmartre" genannt, da es das bevorzugte Viertel der Künstler ist.
Aktualisiert (Mittwoch, den 18. März 2009 um 10:38 Uhr)



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